Die Ergebnisse basieren auf der Auswertung von Satellitendaten. Zwischen 2004 und 2009 wurden die Schwimmdistanzen von 68 mit GPS-Sendern ausgestatteten Eisbärweibchen aufgezeichnet. Dabei kam heraus, dass die Sterblichkeitsrate der Jungtiere deutlich höher war, je länger die zurückgelegten Schwimmdistanzen wurden. Im Untersuchungszeitraum legten elf Eisbärmütter Einzelstrecken von mehr als 30 Kilometern zurück. Fünf von ihnen verloren in dieser Zeit ihr Junges, was einer Sterblichkeit von 45 Prozent entspricht. Bei den Eisbärjungen, die Einzelstrecken von weniger als 30 Kilometern mit ihrer Mutter zurücklegten, lag die Sterblichkeit bei nur 18 Prozent. Der Rekordwert an insgesamt zurückgelegter Strecke lag bei 687 Kilometern und rund 12 Tagen. Männliche Eisbären wurden nicht in die Studie einbezogen, da sie aus anatomischen Gründen nicht mit Sendern ausgestattet werden können. Ihre muskulösen Nacken sind größer als ihr Kopf.
Weltweit leben 20.000 bis 25.000 Eisbären. Die Weltnaturschutzunion IUCN befürchtet, dass dieser Bestand um mindestens 30 Prozent in den nächsten 45 Jahren schrumpfen wird – als Folge der verstärkten Packeisschmelze. Auch Meeresverschmutzung, die zunehmende Schifffahrt sowie die Erforschung und Förderung von Öl- und Gasvorkommen in der Arktis gefährden die bestehenden Eisbärpopulationen. Seit dem Jahr 2006 wird der Eisbär deshalb in der Kategorie „gefährdet“ auf der Roten Liste der IUCN geführt. Mit Maßnahmen zur Dämpfung des Klimawandels und Anit-Wildeei-Programmen versucht der WWF, den Eisbären und seinen Lebensraum zu schützen.
Die Ergebnisse der Studie “Long-distance swimming events by adult female polar bears in the southern Beaufort and Chukchi Seas� von Anthony M. Pagano, Kristin S. Simac, George M. Durner, und WWF-Polarexperte Geoff S. York wurden im Rahmen der International Bear Association (IBA) Conference in Ottawa, Kanada veröffentlicht.
- 21.07.11 - Artikel empfehlen ...

