Nach einem Apothekeneinbruch in Stockstadt waren Fahndungsmaßnahmen im Gange, in deren Verlauf eine Streifenbesatzung der Aschaffenburger Polizei gegen 02.30 Uhr im Schleusenweg einen Fahrradfahrer kontrollieren wollte, der mit mehreren Taschen unterwegs war. Der Mann erhöhte allerdings sein Tempo und versuchte, vor der Streife davon zu fahren. In der Folge wurde er mehrmals über Außenlautsprecher aufgefordert stehen zu bleiben. Nach einigen Metern stieg der Unbekannte hastig von seinem Fahrrad und rannte direkt die Böschung hinunter an das nahegelegene Mainufer. Dort ging er dann weiter in Richtung Stockstadt.
Als die beiden Beamten schließlich auf ihn zugingen, drohte er sofort, in den Main zuspringen, falls jemand näher kommen sollte, wobei er die Polizisten mit einem Messer bedrohte. Der Streifenbesatzung gelang es in der Folge, den Mann in ein langes Gespräch zu verwickeln, was letztendlich aber nicht dazu führte, dass dieser aufgab.
In der Folge waren weitere Streifenfahrzeuge der Polizei, ein Großaufgebot der Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienst angefordert worden. Unter ständigem guten Zureden war es einem Beamten gelungen, bis auf wenige Meter an den Unbekannten heranzukommen. Als der Mann dann eine Zigarette verlangte, wollte ihn der Polizist vom Ufer wegziehen. Er riss sich jedoch los, sprang in das Wasser und schwamm gezielt in Richtung Mitte des an dieser Stelle ca. 150 Meter breiten Flusses. Dort hielt er sich wenige Minuten über Wasser. Der Polizeibeamte sprang kurz danach hinterher, konnte den Mann allerdings nicht mehr retten, der mittlerweile im Wasser spurlos verschwunden war.
In der Folge wurde der Main trotz der schlechten Sicht systematisch von etwa 75 Feuerwehrleuten aus Stockstadt und Mainaschaff sowie einer Werksfeuerwehr abgesucht. Im Einsatz war auch eine Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg und der Wasserwacht. Die Rettungsleitstelle hatte vorsorglich einen Notarzt entsandt, der sich auch um den Polizeibeamten kümmerte, der unter Einsatz seines Lebens in das Wasser gesprungen war. Der 39-Jährige hatte es nur unter größter Kraftanstrengung geschafft, wieder an das Ufer zu kommen. Nach Aussage von Fachleuten ist ein Aufenthalt in dem kalten Wasser ab fünf Minuten extrem lebensgefährlich.
Nach gut einer Stunde wurde die Rettungsaktion angebrochen, weil sie keinen Erfolg mehr versprach. Hinweise darauf, um wen es sich bei dem im Main untergegangen Mann handelt, liegen bislang nicht vor. Die Ermittlungen der Aschaffenburger Polizei dauern an.
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