Mittlerweile ist in der Oberpfalz jede dritte Frührente bei Männern und fast jede zweite bei Frauen psychisch bedingt. Das durchschnittliche Alter bei Renteneintritt wegen psychischer Erkrankungen betrug 47 Jahre gegenüber 50 Jahren im Mittel aller Frühverrentungsfälle.
Diesen Trend bestätigt auch der aktuelle Gesundheitsreport der TK für Bayern. Von den 10,6 Tagen, die jede Erwerbsperson in Bayern 2009 durchschnittlich krankgeschrieben war, waren eineinhalb Tage psychisch bedingt. “In einem Betrieb mit 100 Angestellten würde das heißen, dass jährlich ein Mitarbeiter über sieben Monate wegen Depression oder einer anderen psychischen Störung krankgeschrieben ist”, erklärt Birgit Lehner, Leiterin der TK in Regensburg. Auch sind die Verordnungen von Antidepressiva für die bayerischen Erwerbstätigen zwischen 2007 und 2009 um 16 Prozent gestiegen. Für Lehner liegen die Gründe vor allem in der Arbeitswelt. “Wir haben uns in den letzten zehn Jahren zu einer
Pop-up-Gesellschaft entwickelt, in der auf unseren Bildschirmen und Displays ständig Fenster mit Mails und den neusten Nachrichten erscheinen und uns zum Multitasking zwingen. Dies beeinflusst unsere Arbeitsläufe oft mehr als uns bewusst ist und lieb sein kann.”
- 20.08.10 - Artikel empfehlen ...

